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Neue Sohlen für schnelle Zeiten

Neue Sohlen für schnelle Zeiten

Ein Besuch bei Remo Schönenberger/laufanalysen.ch in Gelterkinden

Mein Ziel: eine neue Marathonbestzeit – Meine Laufvergangenheit: verletzungsgeplagt
Das ist mit Sicherheit nicht die beste Konstellation. Aus diesem Grund habe ich mich an einen Tipp befreundeter Läufer erinnert: «Wir waren bei einer Laufanalyse in Gelterkinden. Das war super! Es gab viele Tipps wie wir effizienter laufen. Ausserdem trage ich jetzt immer die Einlagen und bin beschwerdefrei.» Einlagen? Da war ich in meinen vergangenen Läuferjahren kein wirklicher Freund von. Ich hatte eher darauf gesetzt, meine Füsse zu kräftigen, damit ich verletzungsfrei bleibe – allerdings war ich dabei nicht sonderlich konsequent. Ausprobieren kann ich das einmal. Mal schauen was der Spezialist sagt.

Remo Schönenberger ist grundsätzlich eidg. dipl. Schuhmachermeister in dritter Generation. 2001 hat er die Schuhmacherei Schönenberger von seinem Vater übernommen, die bereits seit 1932 existiert. In der Vergangenheit hat Remo allerdings zehn Jahre in einer Zürcher Orthopädie gearbeitet und durch viele, wirklich viele Aus- und Weiterbildungen sein Fachwissen erweitert. Von Biomechanik, Fussdiagnostik, Lauf- und Ganganalyse, Podotherapie bis hin zur Schmerztherapie deutet in seiner Vita einiges auf viel Knowhow hin. Die Schuhmacherei hat mit einem professionellen Laufband, etlichen Lichtern und Kameras, mehreren Bildschirmen auch einiges an Sonderausstattung erhalten.
Ich machte also einen Termin bei Remo und war gespannt.

Nachdem ich die Schuhmacherei betrat, Remo sich vorgestellt hatte und ich über meine Wehwehchen erzählt hatte, ging es los. Socken aus, Schuhe aus und ab auf den Scanner. Wo war der Druck unter meinen Schuhsohlen am stärksten? Was für eine Fussform habe ich? Wo liegt das Potential für Verletzungen? Anschliessend ging es auf das Laufband – barfuss und ohne T-Shirt. Oben ohne? Ja, da Fehlstellungen und Problemchen sich nicht nur in den Füssen widerspiegeln, sondern bereits in der Haltung des Oberkörpers sichtbar werden. Als nächstes durfte ich zumindest Socken und Schuhe wieder anziehen. Nun ging es um das Heiligste vieler Läufer: Die Schuhe. Wer mich kennt, weiss, dass ich nicht nur ein oder zwei Paar im Regal stehen habe. Aber sind das auch alle die Richtigen für mich? Remo ist nicht ganz dieser Meinung. Ich hatte drei unterschiedliche Paar dabei. Die Ältesten waren ok, aber hier wurden meine Füsse zu stark von aussen nach innen gekippt. Dieses Verhalten zeigte sich auch bei den flachen Wettkampfschuhen und wurde bei den Marathon-Weltrekordschuhen des marketingstarken amerikanischen Herstellers meines Vertrauens nur noch verstärkt 😉. Ausserdem nutzte ich meine Zehen zu wenig und Verspannungen führen dazu, dass mein rechter Fuss nach innen rotiert, was ich in meinem Knie merke. Ach ja: Und mein rechtes Bein ist ein paar Millimeter kürzer.
Abgesehen von diesen Mängeln war mein Laufstil gut. Jedoch könnte er effizienter sein, wenn meine Füsse noch direkter unter dem Körper aufsetzen und ich meine Arme enger halte und intensiver einsetze. Auch wenn ich letzteres schon geahnt hatte, war es doch eindrücklich dies mittels High-Speed-Kamera und diverser Perspektiven gezeigt zu bekommen.

Für meinen nächsten Besuch würde mir Remo Einlagen anfertigen, die meinen orthopädischen Problemchen entgegenwirken sollen. Das versuche ich gerne – er hat mich überzeugt.

Bei meinem zweiten Besuch lagen sie auch schon da. Zwei frisch gefräste Einlagen. Diese sollten nun intensiv getestet und vermessen werden.
Und zuerst schon ein Erfolgserlebnis: Ich hatte weitere Schuhe aus meiner Sammlung dabei, die Remos Test bestanden! Die Einlagen waren zunächst gewöhnungsbedürftig. Viele Wellen, Hügel und Höhenunterschiede prägten die Sohlenoberfläche. Aber komischerweise haben sie nicht gedrückt, wie ich es vermutet hatte. Es war eigentlich ganz gut – überhaupt nicht störend. Natürlich fühlten sich meine Füsse unterstützter an, aber den Höhenunterschied und Druckstellen merkte ich nicht. Einzig der Platz im Schuh wurde etwas geringer, aber das lag noch absolut im Rahmen. Remo war nach der Inspizierung der neuen Videos noch nicht ganz glücklich und fräste mir erneut ein paar Einlagen mit leicht abgeänderten Werten – besser.

 

Die nächsten Wochen werde ich die Einlagen während meiner Trainingsläufe tragen. Anschliessend gibt es erneut einen Termin bei Remo und es erfolgen gegebenenfalls die letzten Anpassungen.
Nach den ersten Läufen in freier Wildbahn bin ich sehr zufrieden mit den neuen Trainingshelfern. Es gibt jetzt zwar manche Schuhe, die sich nicht mehr so anfühlen wie vorher, bei anderen Schuhen hingegen ist es perfekt und komplett schmerzfrei. Das Marathontraining kann weitergehen. Ach ja: Und am Armeinsatz und dem Fussaufsatz arbeite ich, versprochen.